DemoZ Newsletter

Name:
Email:

E-Mail Drucken

Veranstaltung 

Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst
Titel:
Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst
Wann:
Donnerstag, 14.04.2016 | 20.00 h

Beschreibung

Vortrag vom AK Mahnmal
Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst - wir erinnern an die 120 Opfer der "Euthanasie" aus der Landesfürsorgeanstalt Markgröningen

Im Jahr 1940 wurden 120 Menschen aus der Landesfürsorgeanstalt Markgröningen nach Grafeneck deportiert und sofort nach Ankunft im Rahmen der sogenannten Aktion T4 vergast.

Der Massenmord an psychisch erkrankten und anderweitig beeinträchtigten Menschen im nationalsozialistischen Deutschland fand zeitlich vor der industrialisierten Vernichtung von über 6 Millionen europäischen Juden statt. Viele Täter in den Tötungsanstalten der Aktion T4 wurden anschließend in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern im Osten des Deutschen Reiches eingesetzt. Die erste Tötungsanstalt zur massenhaften systematischen Vergasung von Menschen im Nationalsozialismus war Grafeneck. Von Januar bis Dezember 1940 wurden allein in Südwestdeutschland 10.654 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten abgeholt und in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb, nahe der Stadt Münsingen, in einer Gaskammer ermordet.

Der Arbeitskreis Mahnmal gründete sich vor 20 Jahren, um den Opfern aus Markgröningen ein Stück weit ihre Würde und ihre Namen zurück zugeben. Durch beständige Erinnerungsarbeit möchte er einen Beitrag dazu leisten, um aus der Vergangenheit lernen zu können. Es geht folglich um das Erkennen, dass die Würde des Menschen auch heute gefährdet ist.

Edeltraud Balzer und Marc Haiber stellen in ihrem Vortrag die Arbeit des AK Mahnmal vor. Sie berichten über die Umsetzung der Krankenmorde in Markgröningen und stellen die Lebensgeschichten von Pauline Stiegler vor. Sie war eine der Markgröninger Ermordeten. Über ihr Leben konnte dem AK Mahnmal auch noch ihre Halbschwester berichten. Bisher unveröffentlicht stellt der AK Mahnmal noch eine weitere neu recherchierte Lebensgeschichte vor. Eugen Krauss wurde von den Nazis als lebensunwert deklariert. Auch er musste in Markgröningen in einen der sogenannten grauen Busse nach Grafeneck einsteigen.