Vortragsreihe Anarchismus! - Nov 2012 - Jan 2013

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Vortragsreihe Anarchismus! - Nov 2012 - Jan 2013Weltweit wächst im Zuge der Krise die Ablehnung der Fremdbestimmung durch Regierungen und gleichzeitig das Bewusstsein, dass der Kapitalismus nicht mehr tragbar ist. Doch was ist wenn wir die Politiker*innen zum Teufel gejagt haben? Wie können wir uns organisieren? Anarchistische Theorien bieten hier Ansätze bei an denen alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können. Wir möchten mit unserer Veranstaltungsreihe die Ideen des Anarchismus den Menschen näher bringen.

 

Freitag, 16. November - 20:00 Uhr DemoZ Ludwigsburg
Was ist eigendlich Anarchie?

Rudolf Mühland geht der Frage nach was Anarchie ist und welche Antworten sie für die Probleme Heute und in der Zukunft liefern kann anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag nach. Welchen Sinn macht es zum Beispiel für Studierende sich in sogenannten Bildungssyndikaten selbst zu organisieren? Sind Studierende auch ArbeiterInnen? Und wenn ja, sollten sie in einer Gewerkschaft sein? Welche Möglichkeiten der Organisation schlägte "der Anarchismus" auf sozialer, kultureller und ökonomischer Ebene vor? Wie organisieren sich AnarchistInnen schon heute und wie stellen sie sich die Transformation der Gesellschaft vor? Dies sind einige der Fragen die er in seinem Vortrag nachgehen wird. Insgesamt legt R. Mühland in seinem Vortrag einen Schwerpunkt auf die Makrostrukturen unserer Gesellschaft. Anschließend bleibt noch Raum für eine eingehnde Diskussion der aufgestellten Thesen.

Samstag, 24. November - 19:00 Uhr DemoZ Ludwigsburg
CrimethInc: Message in a bottle

Seit Mitte der 1990er ist CrimethInc. eines der produktivsten und ambitioniertesten anarchistischen Projekte in Nordamerika. Mitwirkende sind für unzählige Touren und Aktionen kreuz und quer über den Kontinent gereist. Sie produzierten Bücher, Zeitungen und weitere Literatur (inklusive 650.000 Exemplare des Grundlagenwerkes „Fighting for our Lives") und berichteten von den Fronten der Gipfelproteste, Riots, Anti-Repressions-Kampagnen und von anderen abenteuerlichen Experimenten.
Ständig umstritten, hat sich CrimethInc. den Zorn der traditionellen Linken und der Behörden verdient während sie die breite Öffentlichkeit stets herausgefordert haben.

In diesem Vortrag werden langjährige Mitwirkende diese Erfahrungen reflektieren, Material aus den verschiedenen Phasen der CrimethInc. Aktivitäten präsentieren und diskutieren wie sich der Kontext in den USA verschoben hat. Dabei wird versucht darzustellen, warum US-Anarchist_innen eine Entwicklung von der subkulturellen Rebellion hin zu einem generellen Aufstand durchzogen haben – um schließlich Hypothesen aufzustellen, was die Zukunft bringen kann.
Wir freuen uns auf lebhafte Gespräche mit euch.

(Der Vortrag wird auf englisch gehalten, ein Mensch von der bm-crew (Herausgeber_innen des Buches „Message in a Bottle. CrimethInc. Communqiués 1996-2011) wird dabei sein und sich bei Bedarf mit Menschen, die wenig englisch verstehen, an den Rand setzen und „tuschelnd" Verständnishilfe geben)

Freitag, 7. Dezember - 19:00 Uhr DemoZ Ludwigsburg
Anarchisten als Pädagogen oder: „Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange"

Vortrag von Ulrich Klemm
Entsprechend der anarchistischen Fragestellung nach freiheitlichen Vergesellschaftungsformen beschäftigt sich der Anarchismus seit dem 19. Jahrhundert intensiv mit Fragen des „pädagogischen Bezugs" und einer libertären Schulbildung. Die zentrale Frage des pädagogischen Anarchismus ist die von Immanuel Kant von 1803: „Wie kultiviere ich die Freiheit bei dem Zwange?" Bis heute haben sich in diesem Sinne immer wieder libertäre/anarchistische Freiheitspädagogen in den Bildungsdiskurs eingebracht und das Kriterium der Freiheit zum Maßstab für Bildung und Erziehung gemacht. Diese Position reflektiert Ulrich Klemm historisch und aktuell und zeigt Schnittstellen zur aktuellen bildungspolitischen und pädagogischen Reformdebatte. Sein Fazit: Anarchistische Pädagogik ist erstaunlich aktuell geblieben, hoch anschlussfähig an aktuelle Diskussionen und entlarvt die Versprechen des gegenwärtige Schulsystems als Mythen

Montag, 10. Dezember - 19:30 Uhr DemoZ Ludwigsburg
Breakthrough  - Anarchistische Gruppe Freiburg

Wenn in der (radikalen) Linken über Staat und Recht diskutiert wird, wird oft ausschließlich der repressive Charakter des bürgerlichen Staates betrachtet und kritisiert. Eine grundsätzliche Reflexion über Staat, Recht und Knast in der bürgerlichen Gesellschaft findet hingegen selten statt. Der Staat wird hierbei hauptsächlich als "Instrument" (der Herrschenden) zur Niederhaltung der eigenen politischen Bestrebungen betrachtet. Staats-, Rechts-, und Knastkritik darf unserer Meinung nach jedoch nicht erst dort anfangen, wo mal wieder eine Demonstration von Polizist_innen* niedergeknüppelt, Hausdurchsuchungen gegen Antifaschist_innen stattfinden oder linke Aktivist_innen für Aktionen in den Knast müssen.
Wir wollen zeigen, warum für uns die Kritik an Staat, Recht und Gefängnis in eine grundsätzliche Gesellschaftskritik eingebettet gehört.

Leitfragen die uns dabei bewegen sind:

Woher kommt eigentlich das Recht?
Und warum wird es von den meisten Leuten befolgt?
Welche Rolle spielen Gefängnisse in unserer Gesellschaft?
Und was hat der Kapitalismus mit all dem zu tun?

Freitag, 18. Januar 2013 - 19:30 Uhr DemoZ Ludwigsburg
Was ist eigentlich Anarchafeminismus? - LAW - Libertäre Aktion Winterthur

Der Anarchafeminismus ist eine Synthese von Anarchismus und Feminismus.
Maria Mattéo stellte in ihrem Beitrag zum Kongress „Ungleichheit der
Geschlechter" 1987 in Lyon fest, dass dieser bislang lediglich eine
Hypothese sei, die erst noch ausgearbeitet werden müsse.

Der Vortrag macht sich auf die Spurensuche nach anarchafeministischen
Ansätzen in der Vergangenheit und der Gegenwart.
Nach einem kurzen Abriss über die verschiedenen feministischen
Bewegungen, werden in einem ersten Teil historische Ansätze aufgezeigt,
indem bekannte Anarchafeministinnen wie Emma Goldman vorgestellt werden.
In einem zweiten Teil werden neuere Ansätze (vorwiegend aus den 80er
Jahren), wie zum Beispiel von Rosella di Leo oder Janet Biehl
aufgegriffen. Und nicht zuletzt soll ein Exkurs zu Judith Butler die
Perspektive auf neuere feministische Diskussionen eröffnen.